“Die Angst ist Dein Wachhund”

barrysm(Barry schreibt: ) Meine Familie hatte früher einen ganz tollen Hund namens Schatten.

Er war eine Mischung aus Collie und schwarzem Labrador (deswegen der Name Schatten).

Er saß den ganzen Tag lang im Vorderzimmer unseres Hauses und wartete darauf, dass jemand zur Haustür kam. Wenn dann endlich jemand ankam, dann war Schatten vollkommen aus dem Häuschen und wurde verrückt!

Bis…. wir die Person dann ins Haus einluden.

Falls die wir die Person (zum Beispiel den Postboten) vor der Tür stehen ließen, dann sprang Schatten aufgeregt hin und her und ließ uns keine Ruhe mit seinem schrecklichen Bellen und Jaulen. Die Haare auf seinem Rücken standen dann auch oft zu Berge!

Es spielte keine Rolle wie sehr wir versuchten ihn zu beruhigen. Er wollte sich nicht hinlegen, wollte nicht aufhören zu bellen und hörte uns einfach nicht zu. Seine Begründung dafür war wahrscheinlich: „Ich bin der Wachhund in diesem Haus, und wenn mein Besitzer die Person vor der Tür nicht einlädt, dann ist diese Person nicht willkommen und eine Bedrohung.“

Ich ließ Freunde manchmal ein paar Minuten vor der Tür stehen und lud sie dann nach innen ein (falls sie sich trauten), um ihnen zu zeigen, wie sehr sich Schattens Verhalten dann veränderte.

Es war jedes Mal genau gleich. Sobald Menschen im Haus waren hörte er sofort mit dem Bellen auf und legte sich wieder auf seine Matte.

Angst ist wie ein Wachhund. Sie ist Dein Beschützer.

Sie ist die Kampf oder Flucht Reaktion, die von dem emotionalen Teil Deines Gehirns so gedacht ist, dass sie Dich in Sicherheit bringt.

Dein persönlicher Wachhund will, dass sein Besitzer (d.h. den rationalen Teil Deines Gehirns) ihm versichert, dass die ungewöhnlichen physischen Gefühle, die Dir einen Besuch abstatten, keine echte Bedrohung sind und alles in Ordnung ist.

Es reicht jedoch nicht, wenn Du einfach nur sagst „Es ist alles in Ordnung“. Das klappt nicht.

Dein Wachhund wird, wie Schatten, besser auf Deine Aktionen reagieren. Du musst Deine Angstgefühle auf mentale Weise einladen. Falls Du die Tür zu Deinem Geist verschlossen hältst, dann wird Dein emotionales Gehirn denken, dass es sich bei der Panikattacke um eine echte Bedrohung handelt, und dass es davor Angst haben muss.

Falls Du die Angst jedoch einlädst und die damit einhergehenden Gefühle vollkommen akzeptierst, dann wird sich Dein Wachhund (Dein emotionales Gehirn) auch wieder beruhigen.

Ignoriere also die nervösen Reaktionen Deines Körpers nicht, sondern öffne die Tür und zeige sie Deinem Wachhund. Lade sie in Dein Haus ein.

Akzeptiere Deine Gefühle komplett und beobachte wie sich Dein Wachhund wieder beruhigt.

Barry

P.S.: Ich habe einen Wachhund als Analogie für die Angst benutzt. Nun würde ich mich freuen, Deine persönliche Analogie für die Angst zu hören. Du kannst diese unten in den Facebook kommentaren schreiben.

Schatten beim “Wache halten” im Alter von 17 Jahren (81 Hundejahre)

schatten